Typische Tradingfehler

Trading Fehler erkannt Viele Daytrader verlieren Geld und einige werden nie profitabel. Schlechte Trader schimpfen über den Markt, den Broker oder andere Dinge, statt den Fehler bei sich selbst zu suchen. Das ist auch der wichtigste erste Schritt beim Bekämpfen von Fehlern: Seien Sie ehrlich zu sich selbst. In vorliegendem Artikel werden einige der häufigsten Fehler beim Daytrading betrachtet. Dabei ist es unerheblich ob Sie Aktien, Forex, CFDs oder Futures handeln. Außerdem versuchen wir, für viele der möglichen Fehler Tipps zur Vermeidung oder Behebung zu geben.


Der Tradingplan

Ein altes Tradersprichwort sagt „Fail to plan and you plan to fail“. Ein detaillierter Tradingplan ist für jeden Trader die wichtigste Voraussetzung für dauerhafte Gewinne. (Hinweis: Da dieser Punkt so enorm wichtig ist planen wir einen eigenen Artikel dazu).  In diesem Plan sollte Ihre Ein- und Ausstiegsstrategie festgelegt sein. Besonders wichtig sind auch konkrete Vorschriften zum Risiko- und Moneymanagement.

Was ist ein Tradingfehler?

Was ist ein fehlerhafter Trade? Anfänger antworten auf diese Frage oft „Ein Trade, bei dem ich Geld verloren habe!“. Dies ist allerdings nicht korrekt, denn auch ein Verlusttrade kann ein guter Trade sein. Trading besteht immer auch aus Verlusten, solange diese die Gewinne nicht übersteigen ist alles in Ordnung. Kein Trader kann ständig nur gewinnen, sollten Sie mal eine entsprechende Werbung von unseriösen Trainern sehen – Finger weg! Umgekehrt kann auch ein Trade, bei dem Sie Geld verdient haben, ein schlechter Trade sein, denn bei diesem können Sie durch Glück und zu hohe Positionen zufälligerweise gewonnen haben.
Die Definition eines Tradingfehlers ist recht einfach: Ein fehlerhafter Trade liegt vor, wenn Sie ohne triftigen Grund gegen Ihren Tradingplan verstoßen haben. Auf Dauer bedeutet dies nämlich, dass Sie nicht traden, sondern zocken – ein sicherer Weg in den Ruin.


Trading-Tipp: Sollten Sie dauerhaft Geld verlieren, obwohl Sie sich genau an Ihren Tradingplan halten, sollten Sie eine Tradingpause einlegen und Ihren Plan überarbeiten!
 


Daytrader

Eignen Sie sich zum Day-Trader? Finden Sie es heraus! Mit simuliertem Geld können Sie das ohne Risiko ausprobieren. Jetzt gratis Demokonto eröffnen!


Typische Day-Trading Fehler – eine Hitliste

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie soll nur einige der typischen Probleme von Einsteigern ins Daytrading aufzeigen. Jemand der noch nie live gehandelt hat wird vermutlich oft denken „Ist doch klar, das kann mir nicht passieren“. Viele aktive Händler werden sich aber in dem einen oder anderen Punkt wiedererkennen.

Overtrading

Die neue Tradingplattform ist da, die Order werden in Sekundenbruchteilen ausgeführt und die Gewinne scheinen so nahe. Hinzu kommt, dass der Forex Markt 24 Stunden am Tag zugänglich ist. Der Trader versucht jeden Tag für viele Stunden zu handeln ohne daran zu denken, dass kein Mensch pausenlos hochkonzentriert sein kann. Fehler schleichen sich ein und die Emotionen kochen hoch.


Trading-Tipp: Beobachten Sie Ihr eigenes Verhalten und planen Sie Pausen und Ruhezeiten ein. Vergessen Sie nicht, dass es noch ein Leben außerhalb des Tradings gibt.

Verluste laufen lassen – Gewinne begrenzen

Eine alte Börsenweisheit sagt: „Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen“. Allerdings machen viele Trader das genau umgekehrt: Ist ein Trade im Verlust, wird zulange daran festgehalten und gehofft, dass er schon wieder ins Plus drehen wird. 
Ist ein Trade im Plus wird gerne schon der kleinste Gewinn mitgenommen, schließlich hört man gerne die Kasse klingeln.

Trading-Tipp: Dieser Fehler lässt sich gut aus einer Nachbetrachtung der getätigten Trades erkennen. Wenn die Haltedauer der Verlusttrades deutlich über die der Gewinntrades liegt, so haben Sie vermutlich genau diesen typischen Fehler begangen.

Alles oder Nichts – zu große Positionen

Es ist schon frustrierend, ausgerechnet der geplante letzte Trade des Tages geht schief. Der schon sicher geglaubte Tagesgewinn ist wieder weg. Viele Trader erhöhen nun ihren Einsatz und versuchen den Verlust wieder auszugleichen. Dadurch steigt auch das Risiko, wenn der Ausgleichtrade wieder gegen Sie läuft dann wird der nächste Verslust noch größer als der letzte. Dieses Verhalten kann man oft in Spielcasinos beobachten, Spieler versuchen verlorenes Geld zurückzugewinnen.

Trading-Tipp: Halten Sie sich an die berechneten Limits aus Ihrem Tradingplan. Immer! Zum Berechnen Ihres Risikos und Ihrer Limits können Sie unser Forex Risiko Tool benutzen.

Ausschließliche Konzentration auf Einstiegssignale

Wenn Sie einen Tradinganfänger fragen was das wichtigste Element seines Handelsplans ist, so werden Sie oft eine lange Erläuterung von Indikatorensetups und Einstiegssignalen hören. Wenn Sie dieselbe Frage einem erfolgreichen Profi stellen so werden Sie erstaunt merken, dass er den Einstieg für den unwichtigsten Teil hält! Viel bedeutender sind für ihn die Planung des Ausstiegs im Gewinn- oder Verlustfall und die Bestimmung der Positionsgrößen, kurz gesagt Risiko- und Moneymanagement.

Trading-Tipp: Untersuchen Sie mal Ihren Tradingplan darauf, ist der allergrößte Teil für die Beschreibung der Einstiegsregeln in einen Trade reserviert? Dann sollten Sie den Plan dringend überarbeiten!

Indikatoren Overkill

Dieser Fehler ist eng verwandt mit dem zuvor geschilderten Problem. Die meisten modernen Chart- und Tradingprogramme bieten Hunderte von technischen Indikatoren. In Tradingzeitschriften und Internetforen werden ständig neue „unfehlbare“ Indikatoren diskutiert. Und genau hier liegt das Problem vieler Anfänger: Sollte ein Indikator nicht den gewünschten Erfolg bringen, so wird die Schuld auf den „falschen“ Indikator geschoben und der nächste wird ausprobiert. In der historischen Nachbetrachtung sieht alles immer sehr gut aus, für jedes Tradinginstrument gibt es den passenden Indikator der den Kursverlauf genau vorhergesagt hätte. Leider funktioniert der Superindikator nicht mehr, sobald der Trader ihn auf sein Livtetrading anwenden will. Genauso schlecht ist die „viel hilft viel“ Methode: Nicht selten sieht man Chartbilder mit 10 oder mehr Indikatoren darin.

Ein Indikator ist nur eine andere Darstellung von Informationen, die eh schon im Chart enthalten sind: Preis und Volumen. Er fügt keine neuen Informationen hinzu und sollte nicht als Kristallkugel zur sicheren Kursprognose verstanden werden. Viele Einsteiger überschätzen die Prognosekraft der Indikatoren maßlos und konzentrieren sich zu stark auf diesen Bereich.


Trading-Tipp: Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche. Eine Masse an Indikatoren, die Dutzende von Einstiegssignalen generieren, wird Sie nicht zum Erfolg bringen. Stellen Sie sicher, dass Sie genau verstehen, was Indikatoren sind und was sie aussagen. Besonders aber sollten Sie die Limitierungen dieser Werkzeuge kennen und akzeptieren.

Unrealistische Erwartungen

Seien Sie realistisch: Mit 1000 Euro auf dem Tradingkonto können Sie nicht Ihren Lebensunterhalt verdienen. Oft werden die Gewinne eines Tages, der gut gelaufen ist, auf das ganze Jahr hochgerechnet. Gedanken wie „Ich mache dauerhaft jeden Tag so 3-5% Gewinn“ sind ein Wunschtraum. Rechnen Sie auch mit Verlustphasen, die hat jeder Trader.
Für das Daytrading mit US Aktien ist das erforderliche Minimum auf dem Tradingkonto derzeit $25.000, selbst dies ist noch zu wenig, um davon auf Dauer zu leben.

Ständige Strategiewechsel

Ihre Strategie aus dem Tradingplan bringt nicht den sofortigen Erfolg? Also probieren Sie doch die nächste. Diese klappt auch nicht? Also weiter zur nächsten Idee. So werden Sie aber auf Dauer kein Geld verdienen, nur wenn Sie sich an eine bewiesene Strategie halten und auch Drawdown Phase akzeptieren könne Sie Erfolg haben beim Daytrading. Das soll aber nicht heißen, dass Sie an schlechten Strategien ewig festhalten sollen! Beurteilen Sie Ihr Trading unvoreingenommen, optimieren Sie Ihren Tradingplan und legen Sie auch notfalls eine Pause ein, um diesen Plan zu überarbeiten.

Fehlende Nachbetrachtung

Ihr Tradingprogramm protokolliert jeden Trade und jede Ihre Entscheidung mit? Nutzen Sie diese wertvollen Informationen zur Optimierung Ihres Tradings! In diesen Statements stecken viele wichtige Details die Ihnen helfen können, Stärken und Schwächen Ihres Tradings zu erkennen. Nur erkannte Fehler lassen sich beheben, ignorieren Sie diese Möglichkeit nicht.
Hinweis: Wir planen die Veröffentlichung eines Tools zur automatischen Analyse von Metatrader Statements.

Ignorieren von externen Events

Diese Regel ist eigentlich einfach einzuhalten, wird aber trotzdem wenig beachtet. Mit einer guten Vorbereitung des Tradingtages ist dieser Fehler einfach zu vermeiden.
Ein Beispiel aus dem Bereich des Forex Tradings: Jeden ersten Freitag im Monat werden um die selbe Uhrzeit die Zahlen zum US Arbeitsmarkt veröffentlich, die sogenannten „Non Farm Payrolls“ (NFP). Diese haben oft sehr starken Einfluss auf das Verhalten von Währungen – Sprünge von Hunderten Pips sind nicht selten. (Hinweis: Zum NFP Effekt planen wir einen eigenen Artikel). Diese Sprünge können Ihre Stopp Limits blitzschnell auslösen und gute Trades in den Verlust ziehen.

Trading-Tipp: Planen Sie Ihren Tradingtag vorher, dann kann das nicht passieren. Wenn Sie während dieser Events traden wollen, so tun Sie das bewusst und passen Sie Ihre Positionsgrößen an das erhöhte Risiko an.

Die Macht der Roboter – die Illusion von automatischem Reichtum

In modernen Tradingprogrammen wie dem Metatrader können Sie eigene Programme hinterlegen, die automatisch handeln. Es gibt mehrere Möglichkeiten, an diese Programme zu kommen.  Sie können sie entweder selber schreiben oder aus externen Quellen beziehen. In der Werbung klingt das selber schreiben von diesen Programmen sehr einfach, lassen Sie sich davon nicht täuschen, das ist eine hoch komplexe Tätigkeit. Alleine das Testen und beurteilen der Performance von Tradingrobots ist alles andere als einfach.


Trading-Tipp: Für die Erstellung eines profitablen Roboters sollten Sie Monate oder sogar Jahre an Arbeit einrechnen, davor eine längere Zeit für die Aus- und Weiterbildung! Seien Sie realistisch: Automatische Gewinne ohne Arbeit sind reines Wunschdenken. Der für 79,95 Euro im Internet gekaufte Tradingrobot ist auch nicht die Lizenz zum Geld drucken, warum würde der Hersteller ihn sonst so günstig verkaufen?

Trader Pleite

„Scared Money“ – Traden mit Geld, das man nicht entbehren kann

"Oh je, schon wieder 200 Euro verloren, dabei muss doch diesen Monat noch das Auto in die Werkstatt“. Kennen Sie solche Gedanken? Genau so etwas führt zu dem Versuch, das verlorene Geld zurückgewinnen zu wollen (siehe oben!). Positionsgrößen und Risiko werden maßlos erhöht, die Verluste und die Verzweiflung werden immer größer.  Können Sie so noch unvoreingenommen entscheiden?


Trading-Tipp: Geld, dass Sie zum traden einsetzen, darf nicht Ihren Lebensunterhalt gefährden. Sollte dies der Fall sein müssen Sie Ihren Einsatz unbedingt reduzieren!


Fazit

Viele der Fehler sind sehr hartnäckig und schwer zu bekämpfen, da sie auch von der Persönlichkeit des Traders abhängen. Die gute Nachricht ist: Ein erkannter und zugegebener Fehler ist viel wert, das gibt Ihnen die Möglichkeit daran zu arbeiten. Viel Erfolg!


Handeln Sie deutsche Aktien für nur 0.1% Provision!
Beispiel: 200 Lufthansa kosten nur 4€ Gebühren!

Mehr Informationen zu diesem Angebot